Mein Kind hat die Diagnose LRS. Was nun?

 

Der LRS-Test zeigt: Ihr Kind hat die Diagnose LRS. Was nun? Viele Eltern machen sich zunächst viele Sorgen: Wird mein Kind jemals richtig lesen und schreiben lernen? Wird mein Kind in der Schule zurecht kommen? Was bedeutet diese Diagnose für die Schullaufbahn und für die spätere Berufswahl?

Mit all diesen Unsicherheiten und Sorgen fühlen Eltern sich häufig allein gelassen. Aber soweit muss es nicht kommen. Nehmen Sie Ihre Sorgen ernst, notieren Sie sich Ihre Fragen und klären Sie diese Schritt für Schritt.

Abwarten ist keine Lösung

Erwiesen ist: Bei einer LRS hilft Abwarten nicht. Im Gegenteil: Der Unterschied zum Leistungsniveau der Klassenkameraden wird schnell größer, die Motivation Ihres Kindes sinkt, wenn Erfolgserlebnisse ausbleiben und im schlimmsten Fall beginnt Ihr Kind an seinen Fähigkeiten zu zweifeln und das Selbstbewusstsein sinkt. Zu den Auswirkungen eines verminderten Selbstbewusstseins auf (schulische) Leistungen lesen Sie auch den Beitrag zu den Sekundärsymptomen einer Lernschwäche.

LRS-Förderung in der Schule

Viele Schulen bieten spezielle LRS-Fördergruppen an. Lassen Sie sich ein Gutachten von der Einrichtung geben, bei der Ihr Kind getestet wurde und sprechen Sie mit den zuständigen Lehrkräften, ob Ihr Kind mit seinen individuellen Fehlerschwerpunkten im schulischen Förderunterricht richtig aufgehoben ist.

Private LRS-Förderung

Häufig, jedoch nicht in allen Fällen, sind die Schwierigkeiten so spezifisch, dass sie im schulischen Förderunterricht nicht aufgefangen werden können. Dann helfen beispielsweise private LRS-Institute weiter. Informieren Sie sich bei anderen betroffenen Eltern und im Internet. Die meisten Institute bieten kostenfreie Probestunden an. Nehmen Sie dieses Angebot wahr und finden Sie eine Einrichtung, in der sich Ihr Kind wohl fühlt. Denn nur so wird es mit Freude und Ausdauer seine Probleme überwinden und Fortschritte im Lesen und Schreiben machen. In einem weiteren Blogbeitrag können Sie zum Thema Motivation mehr erfahren.

Austausch ist wichtig

Einigen Eltern hilft es, sich mit anderen betroffenen Eltern auszutauschen. Gibt es in Ihrer Nähe entsprechende Selbsthilfegruppen? In diesen und weiteren Fragen helfen auch der Landesverband Legasthenie und Dyskalkulie  und der Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie e.V.  weiter. Beide bieten kostenfreie Telefon- und Beratungssprechzeiten an.

Zu einer guten Lerntherapie für Ihr Kind gehört auch der regelmäßige Austausch zwischen den Eltern untereinander (z. B. durch Elternabende) und zwischen der Lehrkraft , dem Lerntherapeuten und den Eltern. Nehmen Sie diese Angebote wahr und klären Sie Ihre Fragen im persönlichen Gespräch.

Sie werden sehen: Nach dem ersten Schrecken, tun sich Mittel und Wege auf, Ihrem Kind die besondere Unterstützung zukommen zu lassen, die es braucht. Auch wenn es länger als andere Kinder benötigt, so wird mit einer spezifischen LRS-Förderung auch Ihr Kind lesen und schreiben lernen. Bis dahin helfen in der Schule der LRS-Erlass (dazu können Sie unter dem Blogbeitrag LRS-Erlass weiterlesen) und zu Hause viel Geduld und Wertschätzung. Auch für die manchmal noch so kleinen Schritte, die Ihr Kind bewerkstelligt.

Andere Eltern waren schon in einer ganz ähnlichen Situation wie Sie: Lesen Sie, wie andere Eltern mit der Diagnose LRS ihres Kindes umgegangen sind: Elternstimmen.

Jetzt haben Sie eine Menge Anregungen und Vorschläge erhalten. Wir hoffen, diese helfen Ihnen, sich zu orientieren und für sich und Ihr Kind den richtigen Weg zu finden!

Es grüßt herzlich,

Ihr I.D.L.-Team

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