Heute: „Warum will mein Kind nicht lesen? Wir haben soooo viele schöne Bücher gekauft!“

 

Silke Lissi, Lerntherapeutin bei I.D.L., versucht Antworten zu geben auf immer wiederkehrende Elternfragen.

Ein absoluter Klassiker in unseren Elterngesprächen ist die Resignation und Enttäuschung über die „nicht lesenden“ Kinder. Gerade Mütter und Väter, die besonders gern und viel lesen, wo Bücher von klein auf zum Leben dazugehören, sind oftmals entmutigt. Vom Krabbelalter an wurde vorgelesen, Bilderbücher angeschafft und nun, wo sie doch selber lesen könn(t)en, liegen die teuren Bücher in der Ecke. Bibliotheken werden aufgesucht und interessante Sachbücher, natürlich altersentsprechend, angeschafft. Zum Leidwesen der Kinder kann man eine LRS nicht sehen.

Oftmals frage ich die Eltern: „Wenn ihr Kind einen angeborenen Hüftschaden hätte, es würde humpeln, nicht richtig rund laufen, wären Sie dann auch so überrascht, dass es sich nicht pausenlos zum Dauerlauf auf dem Sportplatz tummelt?“ – Dies ist sicherlich ein wenig überspitzt, aber dennoch entlastet es Eltern, sie haben die Möglichkeit ins Mitgefühl zu gehen. Alles, was wir nicht besonders gut können, vieles was uns schwerfällt, machen wir auch nicht besonders gern. Unsere LRS-Kinder haben ein Handicap, welches nicht auf den ersten Blick sichtbar ist, umso schützenswerter sind sie.

Bleiben Sie, liebe Eltern, Ihren Büchern treu, bewahren Sie sie auf, bestimmt platzt nach einer erfolgreichen LRS-Therapie auch bei Ihrem Kind noch der „Leseknoten“!

 

Mein Kind will nicht lesen – Erfrischende Ansichten zum Umgang mit leseunwilligen Kindern

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