Der neunjährige Max* kam neu in meine bestehende Gruppe. Die Scham vor fremden Kindern Schwäche zu zeigen war zu Anfang sehr groß.

Nur mit Mühe konnten die Mutter und ich den Jungen überzeugen zu bleiben.

Nach den ersten beiden Stunden machte sich leichte Entspannung breit. Weitere zwei Wochen später: Ich fragte Max, wie er sich fühle, ob die Gruppenstunden ihm Spaß machten oder ob er doch lieber Einzelstunden bevorzuge. Mit großen Augen sah er mich an und sagte: „Aber wieso denn? Die Kinder sind nett. Du bist nett. Ich habe gelernt, dass alle Fehler machen und dass das nichts Schlimmes ist. Und ich gewinne immer bei Fuchsjagd. Ich will nicht, wann anders kommen.“

Verena Pingel, Lerntrainerin in Bochum und Hattingen

* Name geändert


 

LRS-Förderung: Geschichten aus dem I.D.L.-Lerntraining, Teil 1

One thought on “LRS-Förderung: Geschichten aus dem I.D.L.-Lerntraining, Teil 1

  • Mit der positiven Erfahrung, die Max in der Gruppenstunde gemacht hat, ist er nicht alleine. Gerade für LRS-Kinder kann es sehr entlastend sein, wenn sie sehen, dass es anderen Kindern genauso geht wie ihnen.
    Ihre Sabine Wagner

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